Wer ich bin und was ich macheMeine Arbeit beruht auf der Betrachtung von Innenräumen, manchmal auch meiner eigenen, und der Umwandlung einzelner Elemente in Tapete, die dann wieder in den Raum eingeführt wird. Meine Tapeten wirken vermutlich deshalb so anders, weil ich nicht versuche, Massenware zu produzieren – ich will eine starke Idee vermitteln, ohne den Raum in einem Masse zu dominieren, dass nichts anderes mehr Platz hat. Papier ist nach wie vor mein bevorzugtes Material – was wahrscheinlich mit meinem Kunststudium mit Schwerpunkt Druckwesen zu tun an. Es ist immer wieder inspirierend zu sehen, was Papier alles kann und was sich mit Papier machen lässt. Meine Tapetenmuster sind stets Ausgangspunkte und können dem Interieur des Kunden entsprechend verändert werden.
Wie ich arbeiteMeine erste handproduzierte Grafikreihe begann mit einem überdimensionierten Besteckset, das ich für meine eigene Küche konzipierte. Im Grunde genommen arbeite ich bis heute so, das heisst, ich gestalte für niemand anders als für mich selbst; ich hoffe, dass meine Arbeit andere dazu inspiriert, das Risiko mit Produkten einzugehen, von denen sie fasziniert sind. Bei allen meinen Arbeiten versuche ich immer sicherzustellen, dass es sich um eine einfache Idee handelt, deren Umsetzung ein natürliches Bild ergibt – etwa ein grosser, einfarbiger Einzeldruck, Pailletten-Bouquets oder eine Handvoll Puzzleteilchen, mit denen das Papier bestückt wird. Sofern ich qualifizierte Produktionspartner finde, füge ich seit kurzem verschiedene Texturen hinzu. Einige der Muster entstehen im eigenen Büro, darunter die Pailletten, während ich bei anderen mit spezialisierten Herstellern zusammenarbeite. Was mich inspiriertNeugier ist zweifellos mein Antrieb, und ich stelle mich in meiner Arbeit gerne visuellen und technischen Herausforderungen. Indem ich beispielsweise die grafischen Bilder bis zum reinsten Element verfeinere und sie so realitätsnah wie möglich präsentiere, kann ich die technischen Barrieren zwischen dem Ausgangspunkt (z.B. eine Taubenfeder am Boden) und dem endgültigen Tapetenstück minimieren. Diese Reinheit inspiriert mich, die grafischen Bilder in Farbe zu drucken, die zwar vielleicht nicht natürlich sind, aber dennoch nichts von der Bedeutung, eine Feder zu sein, einbüssen. Inspiration geschieht planlos. So haben mich zum Beispiel die inhaltliche Inspiration bei Shakespeare und die taktile Inspiration von Pailletten auf Flapper-Dresses der 1920er Jahre zu Tapeten-Kreationen geführt.
Meine DesignphilosophieBei Tapeten geht es im Wesentlichen darum, einen Innenraum stilistisch aufzuwerten und die Richtung, in die sich der Raum bewegen will, zu bestätigen. Das Muster sollte einfach, originell, anfassbar und unerwartet sein – aber auch die Anforderungen des Kunden berücksichtigen. Meine Tapete soll eine Reaktion hervorrufen und Wirkung haben.
Meine stilistischen Einflüsse3D ist seit kurzem eindeutig mein Metier und inspiriert mich, bis an die Grenzen zu gehen und ungewöhnliche 3D-Effekte zu erzielen. Meine Flachslinie ist ein extremer Versuch mit dreidimensionaler Tapete. Mir gefällt daran, dass sie der Wand andere Eigenschaften verleiht als ein flaches Bild – wenn man mit der Hand darüber fährt, erzeugt sie angenehme Geräusche, und bei einer leichten Brise und Lichteinfall entsteht ein ständig wechselndes Schattenmuster. Die Technologie ist ebenfalls ein wichtiger Einflussfaktor, wenn auch vielleicht nicht in stilistischer Hinsicht, aber sie macht es möglich, die Grenzen auszudehnen und das volle Potenzial eines Musters zu erkunden. Auch die Arbeiten des Beleuchtungsdesigners Ingo Maurer gefallen mir. Meine Ziele und AmbitionenAuf der kreativen Seite möchte ich mich unbedingt an einem exzessiv geschichteten Muster versuchen, das sich nur mit Mühe aufhängen liesse. Ansonsten macht mir meine Arbeit grosse Freude, und ich möchte mich weiterhin von meinen Kunden und ihren Wünschen inspirieren lassen. Aus diesem Grund plane ich auch nicht, mit wem oder für wen ich künftig arbeiten werde – das hält frisch.
Meine persönlichen Vorlieben und AbneigungenDa meine Arbeiten auf Bestellung angefertigt werden, schätze ich es, die Bedürfnisse des Kunden exklusiv erfüllen zu können, das Ergebnis ganz persönlich zu gestalten und mir als Künstlerin dennoch treu zu bleiben. Was den Markt angeht, so hoffe ich, dass wir auch in Zukunft Respekt für Innenräume und Umgebungen haben werden, in denen Tapeten verwendet werden, und nicht die Tapeten selbst zum Anziehungspunkt machen. |