Wer ich bin und was ich macheIch bin Londonerin, geboren und aufgewachsen mit einer Leidenschaft für Kunst und Design. Ich arbeite von meinem gemütlichen kleinen Homestudio in Südlondon aus, wo der Grossteil meiner Designarbeit entsteht. Man könnte sagen, ich bin sowohl Künstlerin als auch Designerin, aber aktuell ist die Designerin in mir stärker und kommt in meiner Arbeit deutlicher zum Ausdruck. Doch mir fehlt das Malen, und ich versuche, so oft wie möglich darauf zurückzukommen. Ich versuche, Kunst und Design bei jeder Gelegenheit in meiner Arbeit zu kombinieren. Bei meinem Studium der Fachrichtung Textildesign und Oberflächendekoration an der Universität habe ich viel über die Geschichte der Tapeten und ihre Techniken gelernt. Ich fand das faszinierend – und verliebte mich in das Konzept des Oberflächendesigns. 2006, ein Jahr nach meinem Abschluss, wurde ATADesigns aus der Taufe gehoben. ATADesigns steht nicht nur für meine Initialen (Annette Taylor-Anderson Designs), sondern auch für Artistic Tailored Approach to Designs, meine Designphilosophie: einen künstlerisch ausgerichteten Designansatz. Genau wie die Arbeit an meinen eigenen Tapeten liebe ich auch die Arbeit an herausfordernden Projekten und Aufträgen. Für Orlean in Brasilien führte ich mein Design „Squiggle“ auf Tapete, Stoffen und Fliesen ein, um zwei Luxusschlafzimmer für die angesehene Ausstellung CASA COR zu dekorieren. Erst kürzlich erhielt ich von Servisair den Auftrag, ein Wandbild für ihre Business-Lounge am Flughafen Gatwick, London, zu entwerfen, die im Februar 2012 eröffnet wurde.
Wie ich arbeiteMeine Handwerkszeuge sind eine Kombination aus handgezeichneten Skizzen und computergenerierten Entwürfen, wobei ich sowohl Photoshop als auch Illustrator verwende. Ich habe immer ein kleines Skizzenbuch dabei, weil ich fast jeden Tag Designs entwerfe – das ist eine alte und gute Angewohnheit. Für mich ist immer Zeit zum Zeichnen, auch wenn es nur eine halbe Stunde unterwegs oder bei einer Pause im Café ist. Das ist Entspannung für mich. Wenn ich an einem Projekt oder einer Kollektion arbeite – je nachdem, was es ist –, arbeite ich nicht unbedingt am Designkonzept, indem ich es zuerst von Hand ausskizziere. Oft arbeite ich von hinten nach vorne, nutze den Computerbildschirm als leere Leinwand, und beginne dann mit meinen Inspirationen und Ideen zu designen, mische verschiedene Techniken, schaue, was geht, und fange an, das Design zu entwickeln. Oft habe ich das Design schon in meinem Kopf, ich muss es nur noch zum Leben erwecken: auf Tapeten, Stoffen oder Lampenschirmen. Alle meine Tapetendesigns werden digital gedruckt. Das ist wegen meines Designstils und der Farbgebung für mich die beste Art zu arbeiten. Digitaldruck gibt mir auch die Freiheit, massgeschneidert zu arbeiten; ich bin bei Farbe und Grösse des Designs kaum eingeschränkt. Ich würde auch gern mit dem traditionelleren Siebdruck- oder Flexodruckverfahren arbeiten, mit weniger Farben und einer etwas anderen Arbeitsart. Es gibt definitiv Raum für alle Techniken, ich finde es toll, dass wir so viel Auswahl bei der Arbeit haben.Was mich inspiriertMich inspirieren viele Dinge, am meisten aber meine Liebe zu klobiger Industriearchitektur (alt und neu) und Baustellen, vor allem in der Skelett-Phase, wenn Stahl und Kabel vor dem Endprodukt noch sichtbar sind. Kräne und Pylonen sind auch Inspirationsquelle für mich. Ich sehe sie als gigantische Wesen, die über uns aufragen. Alles, was mit riesigen Metall- und Stahlarbeiten zu tun hat, vor allem, wenn sie schon zerfallen und rosten. Städtische Umgebungen mit all ihren Farben, Graffitis und verschiedenen Strassenschildern – und natürlich Natur. Manchmal ist es schwer zu beschreiben, aber ich liebe dieses schmutzige Feeling. Ich besuche leidenschaftlich gerne Museen wie das „Victoria and Albert Museum“ – das ist mein Favorit. Die interessanten Ausblicke auf Designgeschichte und die sich stets verändernden Ausstellungen und Events sind eine unerschöpfliche Inspirationsquelle. Ich fotografiere alles, was mich interessiert, und archiviere die Bilder als zukünftige Inspiration. Das kann alles sein: Bilder von Oberflächen, Architektur, Essen, gesehenen und ungesehenen Objekten – und Farben. Das kann sehr nützlich sein, vor allem, wenn man an Projekten und Aufträgen arbeitet. Ich gehe oft nochmals hin und fotografiere dasselbe Objekt mehrmals in verschiedenen Phasen – es ist unglaublich, wie man ein Objekt beim zweiten Mal mit ganz neuen Augen sehen kann.
Meine DesignphilosophieGutes Design kommt meiner Meinung nach direkt vom Herzen. Es kann kompliziert sein oder simpel – das spielt keine Rolle. Der Designer hat Freude daran, es kann die Gefühle von Menschen durch pure Freude bewegen und besteht die Prüfung der Zeit. Es ist natürlich absolut nichts Verkehrtes an traditionellem Tapetendesign, aber zeitgenössische Entwürfe haben eine grosse Bandbreite und erfrischend neue Möglichkeiten, mit Tapeten zu arbeiten und sie zu sehen. Deshalb freue ich mich darauf, Menschen mit innovativen, neuen und bis jetzt ungedachten Designs und Anwendungen für Tapeten zu überraschen – und mich selbst positiv überraschen zu lassen. Ist Tapete eine Kunstform? Die Frage verwirrt mich manchmal, vor allem, weil ich auch Künstlerin bin. Ich nenne mich aber selbst Künstlerin und Designerin, obwohl ich beides nicht trennen möchte. Manche Kunden sagten zu mir, einige meiner Tapetendesigns seien Kunst, vor allem die Wandbilder.
Meine stilistischen EinflüsseMeine Art, Tapeten zu entwerfen, wird von meinen Gefühlen und Inspirationen aus meinem Umfeld und Alltag beeinflusst: Dazu gehören Architektur, Städte, Natur usw. Ich hoffe, die Leute sehen meinen Stil als den Stempel, den ich Design aufdrücke. Mein Designstil neigt normalerweise zum Grossen und Klobigen und dazu, viele dieser Einflüsse zu porträtieren – nicht absichtlich, das passiert fast von selbst.Meine Ziele und AmbitionenIch möchte an mehr Aufträgen und Projekten für das Hotel- und Gaststättengewerbe und den kommerziellen Markt weltweit arbeiten. Das Servisair-Auftragsprojekt war für mich eine grossartige Chance, und ich hoffe, dass ich wieder für sie arbeiten darf. Ich werde meine Tapeten-, Wandbilder- und Stoffkollektionen weiter ausarbeiten, vor allem das Konzept des Stadtdesigns. Ausserdem möchte ich andere, kleinere Produkte auf den Markt bringen.
Meine persönlichen Vorlieben und AbneigungenIch liebe Schokolade: An meiner Tür hängt ein Schild, darauf steht: „Her mit der Schokolade, und niemandem passiert was!“Ich höre gern Musik aus aller Herren Länder. Im Moment ist meine Lieblingsband „Oi Va Voi“, sie mixen osteuropäische Rhythmen und Melodien mit traditioneller jüdischer Musik. Ich hasse Blauschimmelkäse und ich hasse, dass die blauen Stellen Schimmel sind. Beruflich ist es wohl fast zu offensichtlich – aber ich liebe es, zu zeichnen und zu designen und neue Arbeitsmöglichkeiten zu entdecken, vor allem bei herausfordernden Projekten, die meinen Geist erweitern und mich in neue Techniken einführen. Das ist so aufregend! Ich arbeite gern an einem Projekt von Anfang bis Ende und sehe gern das Endergebnis – ein glücklicher Kunde macht natürlich sehr zufrieden. Ich mag nicht, wie manche Unternehmen versuchen, einen Designer dazu zu bekommen, umsonst zu arbeiten – sie tun so, als sei „Exposure“ besser als Bezahlung. |